Der Verein spiel gut Arbeitsausschuss Kinderspiel + Spielzeug e. V. mit Sitz in Ulm besteht seit 1954. Der Verein spiel gut testet und bewertet Spielzeug. Darüber hinaus informiert er über die Bedeutung des Spielens für die körperliche, geistige und soziale Entwicklung von Kindern.
Der Arbeitsausschuss besteht aus etwa 40 Fachleuten aus den Bereichen Pädagogik, Psychologie, Soziologie, Medizin, Design, Technik, Umweltschutz und anderen Berufsgruppen. Ihre Gemeinsamkeit ist das besondere Interesse am Kinderspiel, am Spielzeug und an der Spielpädagogik. Alle Mitglieder arbeiten ehrenamtlich.
In regelmässigen Jurysitzungen beschäftigen sie sich mit der Auswahl und Empfehlung von gutem Spielzeug. Die einzelnen Spielwaren werden mit Kindern erprobt und nach strengen Kriterien bewertet und ausgezeichnet. Die Hersteller können ihre positiv beurteilten Produkte mit dem Siegel spiel gut kennzeichnen. Damit haben die Verbraucher eine Orientierung bei der Spielzeugauswahl. Das Signet spiel gut ist die einzige pädagogisch orientierte Designauszeichnung.
Durch Publikationen, Vorträge, Ausstellungen und Medienbeiträge informiert der Verein über seine interdisziplinär erarbeiteten Ergebnisse. Auch zu gesellschaftlichen Veränderungen wie der Zunahme von Computerspielen nehmen seine Mitglieder kritisch Stellung.
spiel gut finanziert sich in erster Linie durch den Verkauf von Büchern. Darüber hinaus unterstützt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend die Begutachtungsarbeit.
Die Unabhängigkeit von Spielzeugherstellern und Spielzeughändlern gilt als einer der wichtigsten Grundsätze des Vereins.
Vorgeschichte
Die Idee zu einer Ausstellung von „Schönem Spielzeug“ entstand 1954 im Ulmer Museum. Herbert Pée, der damalige Leiter des Museums veranstaltete Anfang der 50-iger Jahre schon Gebrauchsgüter-Ausstellungen mit Möbeln, Küchen und Haushaltsgeräten. Frau Pée machte die Führungen und so ist heute nicht mehr ganz klar, ob es ihre oder seine Idee war, vor Weihnachten auch eine Ausstellung mit schönem Spielzeug zu machen.
Zu dieser Zeit gab es eine Arbeitsgemeinschaft „Das richtige Spielzeug im technischen Zeitalter“ an der Volkshochschule Ulm, die der Jurist und Spielzeughersteller Roderich Graf Thun ins Leben gerufen hatte. Diese Gruppe hatte schon 12 Grundsätze für die Beurteilung von Spielzeug entwickelt.
Nach diesen Grundsätzen suchte hauptsächlich Frau Pée in Katalogen und Spielzeuggeschäften Spielzeug für die Ausstellung aus.
Die Notwendigkeit, neben der Spielzeugpräsentation auch eine Beratung anzubieten lag auf der Hand, deshalb wurde am Tag der Ausstellungseröffnung am 28. November 1954 der „Arbeitsausschuß Gutes Spielzeug e.V.“ mit Sitz im Ulmer Museum gegründet. Es gab auch keinen Ausstellungskatalog, sondern einen Ratgeber:
„Gutes Spielzeug – Kleines Handbuch für die richtige Wahl“ und schon im Januar 1955 wurden die ersten Auszeichnungen für gutes Spielzeug vergeben. Das stetig wachsende Spielzeugangebot machte eine Ergänzung des Handbuchs notwendig. So erschien im selben Jahr das „Verzeichnis des spiel gut ausgezeichneten Spielzeugs. Aus dem Handbuch ist inzwischen das Buch „Vom Spielzeug und vom Spielen“. geworden, das Verzeichnis wurde alle 2 Jahre überarbeitet und heißt heute „Das Spielzeugbuch – 25. Verzeichnis des spiel gut ausgezeichneten Spielzeugs“. Das Verzeichnis ist inzwischen auch als CD-Rom erhältlich.
Die Ausstellung von 1954 war von Anfang an als Wanderausstellung konzipiert. Die Abteilung „Visuelle Gestaltung“ der Ulmer Hochschule für Gestaltung unter der Leitung von Otl Aicher entwarf ein dafür geeignetes Präsentationssystem.
Durch die Beteiligung von Otl Aicher, war diese Ausstellung praktisch ein Gemeinschaftsprojekt des Museums, der Volkshochschule und der Hochschule für Gestaltung in Ulm.
Die Mitglieder des neu gegründeten Vereins verband neben dem Interesse am Kinderspiel die Sorge um neue Tendenzen auf dem Spielzeugmarkt und ihre Auswirkungen auf die Entwicklung der Kinder.
Schon damals waren es die technischen Gags, die Sorgen machten. Hersteller und Händler überschütteten die Kinder mit Sachen, die nur zum Zuschauen geeignet waren.
Mit der Auswahl der Mitglieder aus verschiedenen Fachrichtungen wurden auch die bis heute gültigen Grundsätze des Arbeitsausschuß spiel gut festgeschrieben:
- Unabhängigkeit von Spielwarenindustrie und -handel
- Interdisziplinäre Zusammensetzung der Mitglieder
- Sachverstand aus Wissenschaft und Praxis
Die Ziele des Vereins waren und sind noch heute:
- Verständnis für die Bedeutung des Spielens in der Öffentlichkeit fördern
- Gutes Spielzeug fördern
- Verbraucher beraten
- Spielzeug Gutachten durch Erprobung und die Vergabe eines Gütezeichens: das “spiel gut” Siegel
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Hier können Sie Spielzeug und Spielwaren einkaufen…